Autoimmunerkrankungen

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Autoimmunerkrankungen

Manchmal greift das Immunsystem fälschlicherweise die eigene Haut an – was zu Entzündungen, Krusten und Schäden führt, die auf den ersten Blick rätselhaft wirken. Ob Hund oder Katze: Autoimmunerkrankungen der Haut sind selten, aber ernst zu nehmen. Eine frühe und genaue Diagnose ist bei diesen Erkrankungen besonders wichtig.

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Infografik: Autoimmunerkrankungen der Haut bei Hund und Katze

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KRANKHEITSBILDER

Die häufigsten Krankheitsbilder

Autoimmunerkrankungen der Haut sind selten – aber wenn sie auftreten, brauchen sie eine genaue Diagnose. Diese vier Krankheitsbilder kommen am häufigsten vor.

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Pemphigus foliaceus

Die häufigste Autoimmunerkrankung der Haut bei Hund und Katze. Besonders betroffen ist das Gesicht, vor allem Nasenrücken, Ohren und Pfotenballen.

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Diskoider Lupus (DLE)

Eine chronische Form, die vor allem Gesicht, Nase und Ohren betrifft. Typische Zeichen sind Krusten, Erosionen und Farbveränderungen der Haut. Bei Hunden sind bestimmte Rassen wie Collie, Sheltie und Deutscher Schäferhund häufiger betroffen.

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Systemischer Lupus (SLE)

Eine schwerere Form, die nicht nur die Haut, sondern auch Gelenke und innere Organe betreffen kann. Die Symptome sind vielfältig: Fieber, Lahmheit, Hautveränderungen und Depigmentierungen können gleichzeitig auftreten.

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Vaskulitis

Eine Entzündung der kleinen Blutgefäße in der Haut. Typische Stellen sind Ohren, Pfotenballen und Schwanzspitze. Dort entstehen Veränderungen, die ohne Behandlung fortschreiten. Hierbei kann es auch zu Haarausfall kommen.

GLOSSAR

Fachbegriffe einfach erklärt

Diese Begriffe begegnen Ihnen, wenn es um Autoimmunerkrankungen der Haut bei Hund und Katze geht.

Autoimmunerkrankungen lassen sich oft behandeln, aber nicht immer heilen. Ziel der Therapie ist meist, die Immunreaktion zu dämpfen und die Lebensqualität des Tieres zu verbessern.

Pemphigus foliaceus ▼
Pemphigus foliaceus ist die häufigste Autoimmunerkrankung der Haut bei Hund und Katze. Das Immunsystem bildet Antikörper gegen die eigenen Hautzellen und zerstört deren Verbindungen – mit der Folge, dass sich Bläschen bilden, die aufplatzen und Krusten hinterlassen. Typische Stellen sind Nase, Ohrränder und Pfotenballen.
Lupus erythematodes ▼
Lupus erythematodes beschreibt eine Gruppe von Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift. Beim diskoiden Lupus (DLE) ist nur die Haut betroffen – vor allem Nase und Gesicht. Beim systemischen Lupus (SLE) können Gelenke, Nieren und andere Organe zusätzlich betroffen sein. Beide Formen kommen bei Hund und Katze vor.
Vaskulitis ▼
Vaskulitis bezeichnet eine Entzündung der Blutgefäßwände in der Haut. Wenn kleine Gefäße entzündet sind, werden Haut und Gewebe nicht mehr ausreichend versorgt – es entstehen Gewebeschäden, oft zuerst an schlecht durchbluteten Stellen wie Ohrrändern, Pfotenballen und Schwanzspitze.
Biopsie ▼
Biopsie bedeutet, dass eine kleine Gewebeprobe aus der betroffenen Haut entnommen und unter dem Mikroskop untersucht wird. Bei Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung ist sie oft der entscheidende Schritt zur Diagnose – weil viele Hauterkrankungen äußerlich ähnlich aussehen, sich unter dem Mikroskop aber klar unterscheiden lassen.
Immunsuppression ▼
Immunsuppression ist die gezielte Unterdrückung des überaktiven Immunsystems – das Ziel der meisten Therapien bei Autoimmunerkrankungen. Das Immunsystem soll wieder lernen, den eigenen Körper in Ruhe zu lassen. Die Behandlung erfordert sorgfältige Dosierung und regelmäßige Kontrollen, da ein zu stark geschwächtes Immunsystem das Tier anfällig für Infektionen macht.
Akantholyse ▼
Akantholyse bezeichnet das Ablösen einzelner Hautzellen voneinander – der Mechanismus, der bei Pemphigus foliaceus zu den typischen Bläschen führt. Wenn die Verbindungsproteine zwischen Hautzellen durch Antikörper zerstört werden, verlieren die Zellen ihren Halt und trennen sich. Das Ergebnis sind die charakteristischen, schnell aufplatzenden Bläschen.
SELBSTCHECK

Wann sollten Sie einen Spezialisten aufsuchen?

Bitte ankreuzen, was auf Ihr Tier zutrifft. Ab zwei Häkchen kann eine tierdermatologische Untersuchung sinnvoll sein.

  • Krusten oder Bläschen an Nase, Ohren oder Pfotenballen
  • Farbveränderungen oder weiße Flecken auf der Haut
  • Symmetrische Hautveränderungen an beiden Körperseiten
  • Keine Besserung trotz Antibiotika oder Pilzmittel
  • Allgemeinsymptome wie Fieber oder Lahmheit zusätzlich zur Hautveränderung

Das klingt nach einem Fall für die Tierdermatologie.

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Gemeinsam finden wir die Ursache.

Autoimmunerkrankungen der Haut sind behandelbar – wenn man sie früh erkennt und richtig einordnet. Eine gründliche Untersuchung ist der erste Schritt zu mehr Lebensqualität für Ihr Tier.

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